BARS Startup Portrait: Christian Schmidt von frizle

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20.02.2018

BARS Startup Portrait: Christian Schmidt von frizle

Im BARS Startup Portrait haben wir diesmal Christian Schmidt interviewt, einen der Geschäftsführer von frizle. Frizle ist ein innovatives foodtec Unternehmen, welches sich der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von frischen rohen Teigen in innovativen und funktionalen Verpackungen verschrieben hat.

Wann kam Ihnen die Idee, eine eigene Firma zu gründen?

Die besten Ideen kommen einem in Alltagssituationen. Die Idee kam Martin noch als Student beim Kochen von selbstgemachten Spätzle. Der Abwasch des Geschirrs und der Spätzlepresse wurde leider allzu lange hinausgezögert und die Spätzlepresse war nur noch mit sehr großem Aufwand sauber zu bekommen. Von daher war Martins Gedanke: „Da muss es doch was geben.“ Da es die Lösung so nicht zu kaufen gab, hat er die Dinge schlussendlich selbst in die Hand genommen. Die ursprüngliche Idee drehte sich in erster Linie um die Verpackung, d.h. die Einweg-Spätzlepresse. Schnell war allerdings klar, dass die Handhabung und Haltbarmachung des rohen Teigs ein komplexes Unterfangen war und eine mindestens ebenso große Innovationsleistung wie die Verpackung selbst darstellt.   

Welche Zukunftsängste hatten Sie zu Beginn Ihrer Gründung? Wie beurteilen Sie diese aus heutiger Sicht rückblickend?

Anfangs gab es viel zu gewinnen und wenig zu verlieren. Von daher gab es eine riesige Lust auf das Projekt frizle, ohne sich allzu groß einen Kopf zu machen. Je mehr Lebenszeit und Energie man in ein solches Projekt steckt, desto eher können einen schon mal Verlustängste plagen. Wichtig ist, dass das Luftschloss einem erhalten bleibt.


Zu welchem Zeitpunkt haben Sie beschlossen, dass Sie bei Ihrer Gründung mit Investoren zusammen arbeiten wollen oder müssen?

Kurz nach der Gründung haben wir auf einigen Kongressen und Messen unser Konzept und Muster-Verpackungen vorgestellt. Gerade auf Veranstaltungen der Verpackungsindustrie hat unsere Einweg-Spätzlepresse sehr viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und sofort Preise gewonnen. Das war für uns Bestätigung und Ansporn zu gleich, unser Produkt in den Handel zu bringen. Für die tatsächliche Markteinführung hat ein entscheidender Baustein gefehlt. Durch die neuartige und spezifische Verpackung war von Anfang an klar, dass für eine Serienproduktion eine spezielle Maschine konstruiert, gebaut und damit finanziert werden musste. Das war der Zeitpunkt, an dem es ohne Investoren nicht mehr weitergegangen wäre.


Welchen Tipp können Sie Gründern geben, die über eine Zusammenarbeit mit Investoren nachdenken, aber den ersten Schritt in diese Richtung aus welchen Gründen auch immer noch nicht gewagt haben?

Wichtig ist, dass man für seine Sache brennt und vom Erfolgspotenzial überzeugt ist. Von Kritik und Absagen sollte man sich nicht entmutigen lassen. Neben der überzeugenden Geschäftsidee sollte die Chemie zwischen dem Gründerteam und den Investoren stimmen. Das schafft die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die über die reinen finanziellen Mittel hinaus, inhaltliche Expertise in das Unternehmen und damit das Projekt nach vorne bringt. Kurz und knapp: Sucht Euch intelligentes Kapital!


Wie leicht oder schwer war es Investoren für Ihr Projekt zu finden? Wie lange hat es gedauert? Wie viele Anläufe haben Sie unternommen?

Zum Glück konnten wir mit unserer pfiffigen Idee, die man sehr anschaulich präsentieren und gleich verkosten kann, immer recht schnell begeistern. Deshalb war es nicht allzu schwierig Fans für frizle zu gewinnen bei Investorenveranstaltungen potenzielle Investoren auf uns aufmerksam zu machen.

Wie wäre es mit Ihrem Unternehmen (wahrscheinlich) weiter gegangen, wenn Sie keine Investoren gefunden hätten?

Ohne Investoren wäre unsere Unternehmung in der jetzigen Form schwer vorstellbar. Hierfür war der Kapitalbedarf für eine Produktion unseres Produkts zu hoch und aus eigenen Mitteln nicht zu stemmen. Ein neues Produkt erfolgreich im Konsumgüterumfeld zu platzieren Bedarf im Übrigen einen langen Atem.

Was war der größte Fehler oder die größte Fehleinschätzung, die Sie bei Ihrer Gründung gemacht haben? Was würden Sie rückwirkend anders machen?

Selbst wenn es von außen betrachtet recht einfach wirkt, einen frischen rohen Spätzleteig in einer Einweg-Spätzlepresse abzufüllen, so haben wir Anfangs die Komplexität und Beherrschung des gesamten Herstellungsprozesses im Detail sicherlich unterschätzt. Die Realität hat uns so manche Lehrstunde erteilt. Wichtig ist, dass man sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und die richtigen Schlüsse aus Rückschlägen zieht. Leider läuft die Zeit auch wesentlich schneller, als man das oft plant. Auf der Zeitachse würden wir die Planung sicherlich etwas anders darstellen. 

Welche Chancen und welche Einschränkungen ergeben sich durch die Arbeit mit externen Investoren?

Die Chance besteht in erster Linie darin, auf die unternehmerische Erfahrung zurückgreifen zu können und durch den Investorenkreis ein Gremium zu bekommen, welches die Unternehmung kritisch begleitet. Man kann die Investoren sozusagen als Jury begreifen, welche die gesteckten Ziele, ausgearbeiteten Pläne und Ideen kritisch beleuchtet und bewertet. Auf der anderen Seite ist der Spagat zwischen dem Informationsanspruch der Investoren und dem operativen Geschäft oft schwer zu meistern, da die Personaldecke sehr dünn ist so lange das Unternehmen in den Kinderschuhen steckt und viele alltägliche Aufgaben in Personalunion von den Gründern gemeistert werden müssen. Da muss man gezielt Prioritäten setzen.

Inwiefern hat die Arbeit mit Investoren die ursprünglichen Pläne für Ihr Unternehmen beeinflusst?

Pläne wurden insofern beeinflusst, als dass wir uns bei Abweichungen mit Investoren über entsprechende Schritte und Maßnahmen beraten haben. Gute Ratschläge und die Erfahrung sind natürlich immer willkommen. Dies kann einen in der eigenen Meinung bestärken oder einen zum Umdenken bewegen. Zum guten Schluss sind aber die Gründer bzw. Unternehmer in der Verantwortung und sollten die Richtung vorgeben.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit der Beteiligung von Business Angels entwickelt? In welchem Verhältnis steht diese Entwicklung zu dem, was Sie sich durch die Beteiligung von Business Angels erhofft hatten?

Wir sind stolz auf das bisher Erreichte und froh, dass uns die Business Angels auf diesem Weg unterstützt haben. In Heidelberg steht unsere eigene Manufaktur in der wir unsere Spätzle produzieren und an den Handel, z.B. an Kaufland ausliefern. In unserem Technikum arbeiten wir außerdem an weiteren Produktneuheiten, die wir auf den Markt bringen wollen. Von daher konnten wir gemeinsam mit den Business Angels das meiste von dem, was wir uns vorgenommen hatten, umsetzen.  

Wie stellen Sie sich die nahe und ferne Zukunft für Ihr Unternehmen vor?

Kurzfristig verfolgen wir das primäre Ziel, dass unser Unternehmen auf eigenen Füßen stehen kann. Ein Großteil der Ernährung der Menschheit besteht aus Teigwaren oder Lebensmitteln, die auf Basis eines Teigs hergestellt werden. Spätzle sind für uns hierbei nur der Anfang. Die grundsätzliche Idee und das generelle Verpackungskonzept ist auf sehr viele weitere Teigvarianten anwendbar.
Frische Convenience verzeichnet im Lebensmittelmarkt die stärksten Wachstumsraten. Frizle verbindet den Convenience-Gedanken mit Frische, einem hohen Qualitätsanspruch und einem Schuss „selbstgemacht“. Deshalb sehen wir für unsere Idee langfristig riesiges Wachstumspotenzial.

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