Güterzug à la carte

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13.04.2017

Güterzug à la carte

Flexibles Zugkonzept: Die Einzelwagen des NGT CARGO bilden einen Verband und werden mit ein oder zwei Triebköpfen zu einem vollständigen Triebwagenzug zusammengestellt (Bild: DLR)

Flexibles Zugkonzept: Die Einzelwagen des NGT CARGO bilden einen Verband und werden mit ein oder zwei Triebköpfen zu einem vollständigen Triebwagenzug zusammengestellt

Die intelligenten und autonom fahrenden Einzelwagen des NGT CARGO können direkt zum Kunden oder dessen Logistikterminal fahren (Bild: DLR)

Die intelligenten und autonom fahrenden Einzelwagen des NGT CARGO können direkt zum Kunden oder dessen Logistikterminal fahren

Auch die Be- und Entladung der Einzelwagen des NGT CARGO soll weitestgehend automatisiert erfolgen (Bild: DLR)

Auch die Be- und Entladung der Einzelwagen des NGT CARGO soll weitestgehend automatisiert erfolgen (Bilder: DLR)

Mit dem Triebwagenzug "NGT CARGO" haben Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart ein grundlegend neues Konzept für den Gütertransport auf der Schiene entwickelt. Mit einem hohen Automatisierungsgrad, intelligenter Abfertigung und hohen Geschwindigkeiten soll der Güterzug der Zukunft den Schienengüterverkehr flexibler gestalten und die Kapazitäten des Systems erhöhen.

Die automatischen, führerlos fahrenden Züge werden je nach Bedarf aus Einzelwagen und leistungsstarken Triebköpfen zusammengestellt und automatisch gekuppelt. "So können wir unterschiedlichste Güter flexibel, ressourcenschonend, mit geringem personellen Aufwand und kurzen Transportzeiten befördern", fasst der DLR-Forscher und Projektleiter Dr. Joachim Winter die zentralen Vorteile des Zugkonzepts zusammen.

Die intelligenten Güterwagen im NGT CARGO-Konzept verfügen über einen eigenen Elektroantrieb und über eine Batterie, die die beim Bremsen zurückgewonnene Energie speichert. Dadurch können die Waggons selbstständig rangieren, Rangierpersonal und Rangierloks oder Oberleitungen entfallen. Außerdem können die Wagen automatisch und autonom die letzten Kilometer zum jeweiligen Kunden fahren. Dazu ist jeder einzelne Waggon mit den entsprechenden Sensoren ausgestattet. Er kann so zum Beispiel auch jederzeit lokalisiert werden und die Kunden können exakte Angaben zum aktuellen Status und der erwarteten Ankunftszeit ihrer Fracht erhalten. Die Wagen können auch direkt bis zu Hochregalen in Häfen, Umschlagbahnhöfen oder Logistikterminals fahren, wo sie dann ebenfalls automatisiert be- oder entladen werden.

Hohe Geschwindigkeit und optimale Streckennutzung

Für den Betrieb im Hochgeschwindigkeitsbereich bilden die Einzelwagen einen Verband und werden mit ein bis zwei Triebköpfen zu einem vollständigen Triebwagenzug zusammengestellt. Die Triebköpfe sorgen für den notwendigen Antrieb: bei entsprechender Infrastruktur sind bis zu 400 Stundenkilometer denkbar, auf bestehenden Strecken Geschwindigkeiten von bis zu 160 oder 200 Stundenkilometern. "Ein interessanter Anwendungsfall für den NGT CARGO wäre der Einsatz im interkontinentalen Güterverkehr zwischen Europa und Asien als Alternative zum Transport mittels Containerschiffen, die lange Seewege haben und mit riesigen Seecontainern beim Frachtvolumen wenig flexibel sind", veranschaulicht Winter.

Mehrere Triebwagenzüge lassen sich sogar während der Fahrt zu einem virtuellen Zugverband zusammenstellen, der aber nicht mit einer tatsächlichen Kupplung verbunden ist. Auch eine Kombination mit einem Hochgeschwindigkeitspersonenzug ist möglich. Auf diese Weise wollen die Stuttgarter DLR-Forscher den Personen- und Güterverkehr bündeln, um vorhandene Streckenkapazitäten optimal zu nutzen.

Nach der Vorstellung des grundlegenden Konzepts für den NGT CARGO machen sich die DLR-Wissenschaftler nun daran, ein detailliertes Logistik- und Betriebskonzept zu erarbeiten, Terminals und Entladestellen zu gestalten sowie an der Fahrzeugarchitektur und dem Antriebskonzept weiter zu arbeiten. Im Gegensatz zum aktuell fahrenden Wagenmaterial werden die Wagen des NGT CARGO geschlossen und aerodynamisch verkleidet sein. Die Lücken zwischen den einzelnen Wagen entfallen, was den Fahrwiderstand verringert und für weniger Lärm sorgt.

www.dlr.de/stuttgart

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