Vorteile für die Filder und darüber hinaus

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09.12.2015

Vorteile für die Filder und darüber hinaus

STUTTGART: Der Verband Region Stuttgart beteiligt sich mit einem Festbetrag von 20 Millionen Euro am „dritten Gleis“ auf den Fildern. Das hat die Regionalversammlung heute mit Stimmen von CDU, Grüne, SPD, Freien Wählern, FDP, AfD und Innovative Politik beschlossen. Dagegen stimmte Die Linke. Die Finanzierung erfolgt ab 2018 in 5 jährlichen Raten à 4 Millionen Euro.   

Umfangreiches Verbesserungspaket mit langfristigen Optionen
Bei einem Spitzentreffen hatten Vertreter der Stuttgart 21-Projektpartner, darunter der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp, im Frühjahr den Weg für die optimierte Planung auf den Fildern frei gemacht. Ursprünglich sollte die S-Bahn-Station am Flughafen/Messe vom Fern- und Regionalverkehr mitgenutzt werden. Nun ist für die Fern- und Regionalzüge an dieser Station ein neues zusätzliches Gleis („drittes Gleis“) vorgesehen. Durch das Verbesserungspaket wird es außerdem grundsätzlich möglich sein, zukünftig die S-Bahn über die Neubaustrecke ins Neckartal zu verlängern. Des Weiteren wurde der kreuzungsfreie Ausbau der Rohrer Kurve (Verbindung der Eisenbahnstrecke von Singen in Richtung Flughafen mit der Neubaustrecke nach Wendlingen) vereinbart. Somit kommen sich S-Bahn-Züge zum Flughafen und Züge vom Flughafen in Richtung Böblingen nicht in die Quere. Zusätzliche Weichen in Leinfelden sollen ermöglichen, dass beide Gleise in beide Richtungen befahren werden können. Das schafft mehr betriebliche Flexibilität.

„Die Variante ‚drittes Gleis‘ funktioniert, sogar besser als die ursprüngliche Planung“, kommentierte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling das Ergebnis der Betriebssimulation der DB AG. Sie erinnerte daran, dass sich der Verband Region Stuttgart nicht mit der „zweitbesten Lösung“ zufrieden gegeben hat. Im Herbst 2012, unmittelbar nach dem Filderdialog, hatte er bei den Projektpartnern für Verbesserungen geworben. Die Region war der Auffassung, dass eine bessere Lösung auf den Fildern nicht zum Nulltarif zu haben sei. Deshalb hatte sich der Verband Region Stuttgart auch grundsätzlich bereit erklärt, sich – gemäß seinem Finanzierungsanteil – an möglichen Mehrkosten zu beteiligen. Trotz zunächst unterschiedlicher Positionen hätten sich alle Projektpartner bewegt. „Herausgekommen ist ein tragfähiger Kompromiss, der für alle Beteiligten, im Wesentlichen aber für die Fahrgäste in der Region Stuttgart, Vorteile bringt“, sagte Dr. Schelling. Sie dankte in ihrem Statement auch dem Vorsitzenden Thomas S. Bopp, der die Initiative für Verbesserungen im Filderbereich ergriffen hatte. 

Ende gut - Chance genutzt
„Dieses Verbesserungspaket muss uns 20 Millionen Euro wert sein und ist es uns auch“, sagte Rainer Ganske (CDU). Gleichwohl realisiere man „den Spatz in der Hand anstatt mit dem Filderbahnhof plus die Taube auf dem Dach“. Professor Dr. André Reichel verwies für die Grünen darauf, dass diese „Problemzone“ auf den Fildern unter der grün-roten Landesregierung beseitigt werden konnte – dank der „konstruktiven, ideologiefreien Zusammenarbeit“ der Projektpartner. Von einem „langen, steinigen Weg mit vielen Irrungen und Wirrungen“, sprach Jürgen Lämmle (SPD). Doch: „Ende gut, alles gut!“ Zentrale Geschäftsgrundlage sei, „dass es keinen Linientausch auf der S-Bahn geben wird.“ Der Verband Region Stuttgart war die Triebfeder, diese Zukunftschance nicht leichtfertig zu verspielen“, sagte Bernhard Maier (Freie Wähler). Das Land werde seiner Finanzierungsverantwortung nicht gerecht. „Mittlerweile ist bewiesen, dass das angeblich bestgeplante Infrastrukturprojekt zumindest auf den Fildern eine Chaosplanung war“, sagte Wolfgang Hoepfner (Linke). „Die FDP setzt darauf, dass die Lösung vernünftig ist“, führte Armin Serwani aus. Stephan Schwarz (AfD) befürwortete das dritte Gleis. Der ÖPNV müsse weiter verbessert werden. „Das dritte Gleis am Flughafen ist ein zaghafter Schritt nach vorne“, so Dr. Burghard Korneffel (Innovative Politik).

Pressemitteilung (als pdf-Datei)

 

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