Neues Forschungszentrum für Simulationstechnologie

08.12.2010

Am 8. Dezember wurde nach nur zwölfmonatiger Bauzeit der Neubau des Forschungszentrums für Simulationstechnologie an der Uni Stuttgart seiner Bestimmung übergeben. Das Land Baden-Württemberg und die Universität Stuttgart haben 3,75 Millionen Euro im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in den Forschungsbau Simulationstechnologie investiert. Seit 2007 besteht der Exzellenzcluster Simulationstechnologie (SimTech) der Universität Stuttgart. Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder fördert die Forschungsleistungen auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet.

Simulationstechnologien sind im 21. Jahrhundert sowohl in der Forschung als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft längst unentbehrlich geworden. Sie durchdringen alle Bereiche unseres Lebens. Der Stuttgarter Forschungsverbund umfasst ein breites Einsatzgebiet von der Produktentwicklung über Umweltfragen bis hin zu komplexen Problemen der Biomechanik. Methodisch konzentriert sich der Exzellenzcluster auf verschiedene Gebiete: Molekulardynamik, Mechanik von Mehrskalen- und Mehrfeldproblemen, numerische Mathematik, Systemanalyse, Datenmanagement und interaktive Visualisierung. Hinzu kommen hybride Höchstleistungsrechnersysteme sowie eine integrative Plattform zur Reflexion und Bewertung. Insgesamt engagieren sich im Cluster über 150 Wissenschaftler.

Das neue Forschungszentrum schafft eine leistungsfähigen Infrastruktur mit international konkurrenzfähigen Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre. Der Neubau ist als Fördermaßnahme Bestandteil des Exzellenzclusters "Simulation Technology", welches mit insgesamt rund 30 Millionen Euro von Bund und Land gefördert wird. Auf rund 1.300 Quadratmetern Nutzfläche bietet das Gebäude drei Lehrstühlen, drei Juniorprofessoren mit ihren Arbeitsgruppen, einem Management-Team und dem Koordinator des Exzellenzclusters Prof. Dr. Wolfgang Ehlers eine neue Heimat.

Das Stuttgart Research Centre for Simulation Technology sowie der Exzellenzcluster SimTech eröffnen exzellenten jungen Wissenschaftlern interessante Perspektiven, unter anderem mit einer Graduiertenschule, die mehr als 80 Doktoranden umfasst, einem Elitestudiengang auf Bachelor- und Masterebene für bis zu 30 Studierende pro Jahrgang, sieben PostDoc-Stellen sowie 13 Juniorprofessuren, von denen jeweils eine von den Firmen Daimler und Bosch gestiftet wurde. Im Juni 2011 veranstaltet der Exzellenzcluster außerdem die International Conference on Simulation Technology (SimTech 2011).

Das Raumangebot des klar strukturierten dreigeschossigen Baus umfasst Büroräume und großzügige Kommunikationszonen, sowie Seminar- und Laborräume für interdisziplinäre Lehre und Forschung. Die flexible, fast 60 m lange Gebäudestruktur mit vorgefertigten tragenden Außenwänden ermöglicht eine optimale Raumausnutzung. Die modulare Stahlbetonbauweise ist wesentlicher Bestandteil des klimatischen Gebäudekonzeptes, das weitgehend auf mechanische Kühlung und Lüftung verzichtet. Aus diesem Grund sind auch sämtliche als Denkzellen konzipierten Büros der Forscher nach Norden und lediglich die gemeinschaftlich genutzten Bereiche nach Süden orientiert. Dabei reduziert der hohe Anteil geschlossener Fassadenflächen die solaren Einträge, gleichzeitig ermöglichen große, motorisch betriebene Schwingfenster eine geregelte Nachtauskühlung der inneren Speichermassen.

Der Neubau ist Teil des ersten Bauabschnitt im östlichen Campusbereiches in Stuttgart-Vaihingen. Derzeit entsteht in der Nachbarschaft das in gleicher Bauweise geplante das Forschungszentrum für Informatik. Bis September 2011 soll dieser zweite Bauabschnitt der im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes (ZIP) finanziert wird, fertig gestellt werden. Die städtebauliche Konzeption stammt vom Stuttgarter Architekten Prof. Hartwig N. Schneider.