Zahlen, Daten, Fakten
Der IT-Sektor hat im Laufe der letzten Jahre eine zentrale Rolle für das Wirtschaftswachstum und den Beschäftigungsaufbau in der Region Stuttgart eingenommen und gilt als klarer „Beschäftigungsmotor“ (vgl. Abb. 1). Im Zeitraum von 2014 bis 2024 konnte ein Beschäftigungswachstum von 35,5 % bzw. einem Plus von rund 23.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) verzeichnet werden. Der Beschäftigungsausbau ist damit in der Region Stuttgart erkennbar ausgeprägter als auf Bundes- bzw. Landesebene (Deutschland: +30,2%, BW: +31%) (vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2024).
Im bundesweiten Vergleich weist die Region Stuttgart mit 6,8% zudem einen überdurchschnittlich hohen Anteil an IKT-Beschäftigten an Gesamtbeschäftigten auf (vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2024). Dies unterstreicht die bereits heute starke Verankerung der IT-Wirtschaft in der Region.

Abbildung 2 visualisiert welchen Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) die IKT-Branche in der Region Stuttgart im engeren und weiteren Sinne im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft auf sich vereint. In der IKT-Branche (im engeren Sinne) sind rund 89.000 SvB tätig (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2024). Das entspricht einem Anteil von 7% aller Beschäftigten im Verhältnis zur Gesamtbeschäftigung der Region (1,3 Mio. SvB insgesamt).
Über die Branchenabgrenzung in der amtlichen Statistik werden jedoch längst nicht alle IT- und Hightech-Beschäftigten erfasst. Da die Zuordnung der Beschäftigten über den Wirtschaftszweig des Unternehmens, nicht aber nach der eigentlichen Tätigkeit, erfolgt, wird die tatsächliche Zahl der IKT-Beschäftigten tendenziell unterschätzt. Um der Problematik der falschen Einordnung von Beschäftigtenzahlen zu entgehen hat die Prognos AG einen eigenen Indikator entwickelt – die „Digitalen Impulsgeber*innen“.
Nach Definition von Prognos umfasst die Gruppe der „Digitalen Impulsgeber*innen“ 89 Berufsgruppen, deren Tätigkeiten die Digitalisierung in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen vorantreiben und umsetzen. Integrierte Berufsgruppen umfassen beispielsweise Informatiker*innen, Produkt-Designer*innen, Gestalter*innen für visuelles Marketing oder Ingenieur*innen der Automatisierungstechnik. In dieser Gruppe arbeiten etwa 201.700 SvB (vgl. Prognos AG 2025, nach einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit 2024). Damit stellen sie rund 15 % aller Beschäftigten in der Region Stuttgart dar.
Der Anteil der Digitalen Impulsgeber*innen in der Region Stuttgart (15%) übersteigt deutlich den Landes- und Bundesdurchschnitt (D: 9%, BW: 12%) (vgl. Prognos AG 2025, nach einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit 2024). Die hohe Differenz zu den IKT-Beschäftigten in der Region Stuttgart im engeren Sinne zeigt zudem, dass die IKT-Kompetenz in der Region zu einem sehr großen Teil in den Anwenderunternehmen angesiedelt ist.

Die Region Stuttgart zeichnet sich dabei insbesondere durch ihre Hochspezialisierung in Hardware und Deep Tech-Themen (wie etwa Quantensensoren, Photonik-Chips bzw. -Prozessoren, Chiplets und IT-Bestandteile für Robotik) aus. Die dazugehörigen IKT-Teilbranchen sind für die digitale Transformation entscheidend und haben deshalb ein hohes zukünftiges Potenzial für Wertschöpfung und Beschäftigung. Eine große Rolle nimmt hierbei mit rund 10.300 SvB und einem Lokalisationsgrad von 1,7* die Herstellung von Mess-, Kontroll- und Navigationsgeräten (u. a. Sensorik) ein. Mit etwa 3.700 SvB und einer Lokalisation von 3,5 ist die Region außerdem hoch lokalisiert in der Herstellung von Geräten und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik (u.a. Herstellung von Geräten für Datenübertragung und digitalen Endgeräten) (vgl. Prognos AG 2025, nach einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit 2024).
*Teilbranchen, die eine Lokalisation von mehr als eins aufweisen, haben in der Region Stuttgart einen höheren Beschäftigtenanteil im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt. Somit verdeutlicht der Lokalisationsgrad die Spezialisierung der Region Stuttgart in den jeweiligen Teilbranchen.
Die höchste Beschäftigungszahl ist im Bereich IT-Beratungsdienstleistungen und Programmierung zu verzeichnen (43.700 SvB) (vgl. Prognos AG 2025, nach einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit 2024). Eine regionale Besonderheit liegt in der engen Integration von IT-Dienstleistungen in die gesamte industrielle Wertschöpfungskette. Dadurch können IT-Dienstleister sowohl regionale Anwendungsunternehmen als auch überregionale B2B-Kunden bedienen und ihre Services anbieten.
Der Teilmarkt der „Programmierungstätigkeiten und IT-Beratungsleistungen“ verzeichnete zudem auch mit Blick auf die Umsatzsteuerzahlen einen besonders dynamischen Anstieg (vgl. Abb. 3). Mit einem Anstieg von 23,0% auf 35,2% (gemessen an den Umsatzsteuerzahlen von 2013-2023) entwickelt sich dieser Teilmarkt zunehmend zu einem zentralen wirtschaftlichen Standbein der IT-Wirtschaft in der Region Stuttgart. Den stärksten IT-Teilmarkt stellt jedoch mit einem Anteil von 41,2% (im Jahr 2023) auch weiterhin noch die „Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten“ (insbesondere Telekommunikationsgeräte und Mess- und Kontrolltechniken) dar (vgl. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2025). Dazu zählen ebenfalls die Produktion von Sensortechnik und Halbleitertechnologien.

Die Umsatzsteuer des gesamten IKT-Marktes ist im Zeitraum von 2013-2023 zudem dynamisch um 55% angestiegen (zum Vergleich: +49% Anstieg der Umsatzsteuer für die Gesamtwirtschaft in der Region Stuttgart). Auch hier verzeichneten die Programmierungs- und IT-Beratungsdienstleistungen im Verhältnis zu den anderen IKT-Teilmärkten ein besonders beeindruckendes Wachstum – mit einem Anstieg der Umsatzsteuer von rund 137% (vgl. Prognos 2025, nach Statistisches Landesamt BW 2025).
Quelle: Prognos AG (2025): Clusterreport Informationstechnologie. Status Quo und Potenziale des IT-Sektors in der Region Stuttgart
Datenquellen:
Bundesagentur für Arbeit (2024): SV-Beschäftigte im Bereich IKT in der Region Stuttgart, Stichtag: 30.06.2024 (Das Aggregat umfasst die WZ 26, 27, 61, 62, 63)
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (2025): Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen) Lieferungen und Leistungen, Datenstand: 27.08.2025 (Datenlücken aufgrund von Geheimhaltung für die WZ 26,27 und 61 in der Stadt Stuttgart sowie WZ 26 im Landkreis Ludwigsburg näherungsweise selbst berechnet auf Grundlage der Umsatzsteuerstatistik auf Landesebene BW)